Dreidimensionale Skoliosebehandlung

Wie alles begann...

Katharina Schroth geb. Bauer hatte in ihrer Jugend selbst eine Skoliose.
Sie litt psychisch unter der Deformierung ihres Körpers wie alle, die an Skoliose leiden.
Ein orthopädischer Stützapparat konnte aber auch nicht den gewünschten Erfolg bringen und die körperliche Aktivität wurde durch ihn gehemmt. Für dieses Leiden gab es damals noch keine entsprechende Behandlungsmöglichkeit. Katharina Schroth hatte nichts als die Sehnsucht gerade zu werden und ohne Korsett leben zu können. Ein Gummiball mit einer Delle, die durch Luft herausgedrückt werden konnte, brachte die Idee und festigte den Entschluss, nach diesem Prinzip ihren Körper zu verändern.

Abb: Spiegelkontrolle

Abb: Spiegelkontrolle

Die Delle im Gummiball ist im Vergleich die konkave Seite bei der
Skoliose. Diese Erkenntnis brachte sie dazu, ihre konkaven Körperteile
ebenfalls mit Luft zu füllen, indem sie in diese hineinatmete.
Schöpferische Phantasie, methodisches Denken und beharrliches Arbeiten brachten bald die ersten Erfolge. Durch Anbringen von Spiegeln, zwischen denen sie übte, konnte sie dieses Ereignis an ihrem Körper optisch verfolgen.

Rechts in der Mitte befand sich bei ihr der Rippenbuckel. Er flachte sich bei dieser gezielten Atmung in die linke Seite gleichzeitig mit ab. Sie erkannte: Es gab also gar keinen Buckel, es gab nur verdrehte Rippen. Diese verdrehten Rippen konnten wieder in eine normale Stellung gebracht werden.

Die Skoliose verlor das Schicksalhafte und wurde nun zu einer Krankheit, die mit geeigneten Mitteln zu bekämpfen, wenn nicht gar zu heilen war.

Eine Erkenntnis kam zur anderen. So befand sich z.B. an der Vorderseite des Rippenkorbes, dem hinteren Rippenbuckel genau gegenüber, eine Abflachung. Es gelang ihr, diese flache Brustseite ebenfalls durch Atmung herauszuholen. Gleichzeitig fühlte sie dabei, wie sich der Rippenbuckel rechts hinten von selbst abflachte. Wenn also die Vorderseite "geordnet" wurde, "ordnete" sich gleichzeitig der Rücken. Die Vorderseite zeigte bei ihr links noch einen Rippenbuckel. Einfach hineindrücken konnte sie ihn nicht. Aber er senkte und flachte sich ab, wenn der Atem die Einbuchtung der linken Rückenseite gefüllt hatte. So wurde der Dreh-Atem gefunden.

Wo also etwas Richtiges geschah, gingen auch an anderen Körperstellen zwangsläufig Korrekturen vor sich. Sie arbeitete an sich zwischen zwei Spiegeln mit äußerster Genauigkeit. Jede kleinste Unebenheit wurde bedacht, erfühlt und beatmet.
In dieser Zeit war sie bereits Lehrerin an Rackow's Handels- und Sprachschule in Dresden. Ihren Lehrerkollegen fiel bald ihre günstige körperliche Veränderung auf. Sie musste hierüber Vorträge halten, worauf sie sich durch gründliches Anatomiestudium vorbereitete und ärztlich prüfen ließ.

Den Vorträgen folgten Kurse an den verschiedensten Orten Deutschlands. 1921 ließ sich Katharina Schroth in Meissen/Sachsen nieder. Es dauerte nicht lange, da behandelte sie Skoliose-Patienten des In- und Auslands. Sie arbeitete hart und mit unermüdlichem Idealismus an ihren Patienten.
Von Jahr zu Jahr ergaben sich neue Erkenntnisse, fügten sich Steinchen an Steinchen zu einem Mosaik. So baute sich ihre Methode, die sie "Atmungs-Orthopädie" nannte, immer weiter aus. An jedem besonderen Falle vervollkommnet sie ihr Wissen. Bald wurde sie von einem Kongress zum anderen gerufen. Bereits 1925 rezensierte die "Medizinalpolitische Rundschau", dass die Methode Schroth epochemachend in der Skoliosebehandlung sei.

Weitere Informationen und Bilddarstellungen zum Thema finden Sie in der Broschüre:
"Die Entwicklungsgeschichte der dreidimensionalen Skoliosebehandlung".
Selbstverlag bei der Autorin, Preis 6.- Euro

Anfrage per eMail: info@schroth-skoliosebehandlung.de

Artikel drucken ... pdf


Spiegelkontrolle

Spiegelkontrolle